Dienstag, 14. März 2017

Abbruchreif

Nach zwei Wochen grippalem Infekt und einer Woche gesund habe ich mich kurzfristig zum 200km-Brevet des ARA-Münsterland gemeldet, weil ich mich fit fühlte und das Wetter einfach toll werden sollte.

Am Donnerstag vorher wurde das Startgeld überwiesen, Freitag habe ich bis spät in die Nacht den Baron fit gemacht, und am Samstag habe ich mich auf den Weg nach Gievenbeck gemacht. Die 14km bis zum Fachwerk fielen mir schwerer als ich eigentlich gewohnt war, hatte aber den langen Winter, die zwei Defekte und die wenigen Gelegenheiten zum Fahren bisher dafür verantwortlich gemacht.

Am Fachwerk bin ich auf die üblichen Verdächtigen mit guter Stimmung gestoßen. Jana, Thomas, Dirk, Andreas und einige andere Forums-User waren schon vor Ort. Rasch die Karte abgeholt, ein bisschen gequatscht und bald ging es los. In Richtung Roxel ging es aus Gievebeck raus, vor der Autobahn rechts, dann an Nienberge und Havixbeck vorbei Richtung Steinfurt. Die Strecke hat mir abseits von Bundesstraßen sehr gut gefallen. Ich hatte viel Lust auf das Brevet, aber es lief nicht gut. Unsere Gruppe fuhr mit recht konstanten 24km/h vor mir her, ich hatte Mühe, die nicht aus den Augen zu verlieren, das Dranbleiben fiel mir immer schwerer. Ich war früh außer Atem, ich hatte keine Kraftreserven und die Oberschenkel brannten schon nach knapp 25km. Ich nutzte die Chance, auch anzuhalten, als Andreas eine Pinkelpause machte, um auch auszutreten und zu verschnaufen.
Bild von Ben Urbanke

Nachdem wir wieder losfuhren wurde mir immer klarer, dass ich die 200km unter diesen Umständen nicht schaffen werde und das es unklug ist, sich noch weiter von Münster zu entfernen. Ich brach als ab, verabschiedete mich von Andreas. Er fuhr, nachdem er sich versichert hatte, dass es mir gut geht und das ich aus eigener Kraft zurück komme, den anderen hinterher und setzte das Brevet fort.

Ich fuhr nach Nienberge zurück und fuhr über Kinderhaus, Coerde, Gelmer, Haskenau nach Handorf zurück. Die Rückfahrt war sehr anstrengend, langsam und immer wieder durchsetzt von Pausen. Es lief nicht nur nicht gut, es lief schlecht. Ich war wirklich platt. Ein heißes Bad und eine Ibuprofen konnten aber helfen.

Ich empfand meine Leistung als desaströs und habe den grippalen Infekt dafür verantwortlich gemacht.

Falsch...

Heute musste ich in die Stadt zur Krebs-Nachsorge und bin mit dem Baron gefahren. Ich hatte eigentlich erwartet, dass es besser läuft, aber es lief immernoch nicht so, wie gewohnt. Der Weg hin war anstrengender als sonst und auf dem Rückweg rollte der Baron bergab so gut wie gar nicht. Zuerst hatte ich die Conti Sport Contact II dafür verantwortlich gemacht. Die waren vorne und hinten mit max. 6,5 bar angegeben, im Forum wurden die als Ersatz für den nicht verfügbaren Conti Grand Prix als nicht gleichwertig aber günstig und verfügbar diskutiert. Ich hatte mir vorgenommen, den Maximaldruck probeweise in kleinen Schritten zu überschreiten, um die Rolleigenschaften zu verbessern.

Später setzte ich das in die Tat um und stellte dabei fest, dass das Vorderrad sich nach Anheben so gut wie nicht in der Gabel drehte. Ich nahm es heraus, stellte den Schnellspanner weniger stramm ein und drückte die Bremsbelänge ganz in Nullstellung, damit sie sich neu nachstellen konnten.

Damit war dann auch klar, dass es nicht die Grippe war, sondern ich fuhr ähnlich wie mit leicht angezogener Bremse vorne und etwas zu wenig Druck auf den Reifen.

Ich werde dennoch keine Brevets mehr fahren in diesem Jahr. Der 200er im Emsland findet statt, wenn ich in Mecklenburg-Vorpommern bin. Einen 300er aus dem Stand traue ich mir nicht zu. Ich werde außerhalb von Brevets versuchen, möglichst viel zu fahren, um mein Gewicht wieder in den Griff zu kriegen.

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